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Erkrankungen und Verletzungen des Schultergelenkes

Das Schultergelenk ist eines der am häufigsten von Verletzungen und Erkrankungen betroffene Gelenk des menschlichen Körpers.

 

Vor allen bei Kontaktsportarten führen Verletzungen häufig zu langwierigen Ausfällen in Sport und Alltag. Der folgende Artikel gibt Ihnen eine Überblick über die häufigsten Verletzungen und Erkrankungen des Schultergelenkes und ihre Therapiemöglichkeiten.

1 - Diagnostisches Vorgehen bei Schultergelenksverletzungen und- erkrankungen

Wenn Sie sich eine Verletzung Ihres Schultergelenks zuziehen, sollten Sie sich unverzüglich beim Orthopäden vor Ort sowie nach Rückkehr bei Ihrem Heimatorthopäden vorstellen, der dann sofort eine genaue Diagnostik einleiten kann. Hierzu gehören neben der genauen klinischen Untersuchung Ihrer Schulter auch zusätzliche diagnostische Maßnahmen wie Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen oder, falls notwendig, eine Kernspintomographie des verletzten Gelenkes (Abbildungen 1a-e).

Röntgenbild eines Schultergelenkes
Abbildung 1a:
Eine Röntgenuntersuchung eines hier normalen Schultergelenkes diagnostiziert vor allem knöcherne Verletzungen wie Brüche im Schultergelenksbereich.
Ultraschalluntersuchung Schultergelenk
Ultraschallbild Schultergelenk
Abbildungen 1b,c: Eine Ultraschalluntersuchung stellt eine gute
und schmerzlose Möglichkeit dar, Weichteilstrukturen wie
Blutergüsse oder Sehnenverletzungen abzubilden.
Kernspintomograph MRT
Bild Kernspintomographie Kapsel des Schultergelenkes
Abbildungen 1d,e: Eine Kernspintomographie (MRT) ist
dann sinnvoll, wenn Verletzungen der Sehnen oder der
Kapsel des Schultergelenkes vermutet werden.

2 - Verletzungen des Schultereckgelenkes (medizinisch Acromioclavikulargelenks- oder kurz: AC-Gelenkssprengung)

Die Verletzung des Schultereckgelenkes stellt eine häufige Verletzung beim Sport dar. Sie tritt vor allem nach Stürzen auf die Schulter mit angelegtem oder angespreiztem Arm auf und äußert sich in sofortigen Schmerzen im Bereich des Schulterdaches und einem Funktionsverlust der betroffenen Schulter.
Beweisend ist bei der Untersuchung bei Ihrem Orthopäden der auch für den Laien sichtbare Hochstand des Schlüsselbeins, das sogenannte „Klaviertastenphänomen“, d.h. man kann wie auf einer Taste auf dem Klavier das Schlüsselbein federnd nach unten drücken (Abbildungen 2 a,b).

Schultereckgelenkssprengung mit Schlüsselbeinhochstand
Schultereckgelenkssprengung mit Schlüsselbeinhochstand
Abbildungen 2a,b: Schultereckgelenkssprengung in der Ansicht von vorne und hinten mit Schlüsselbeinhochstand (Pfeile).

Die Diagnose kann man durch Röntgenaufnahmen mit Gewichten am Arm (sogenante Panorama- oder Belastungsaufnahmen) bestätigen (Abb.3).

Röntgenaufnahme Schultereckgelenkssprengung
Abbildung 3:
Röntgenaufnahme zur Sicherung der Diagnose einer Schultereckgelenkssprengung: deutlicher Unterschied der Distanz zwischen Rabenschnabelfortsatz (R) und Schlüsselbein (Pfeile) auf der linken Seite im Vergleich zur rechten Gegenseite.

Die Einteilung der Verletzung erfolgt in Schweregrade von 1-6. Schweregrade 1-3 können ohne Operation behandelt werden, in dem die verletzte Schulter kurzfristig bis zum Abklingen der Schmerzen (ca. 1-2 Wochen) ruhiggestellt wird und dann mit einer entsprechenden Krankengymnastik je nach Beschwerden funktionell weiterbehandelt werden kann. Bei höheren Schweregraden der Verletzung (4-6) sollte eine Operation zur Wiederherstellung der Schulterfunktion durchgeführt werden (Abbildung 4 a-c). Die Rekonvaleszenzzeit nach solchen Operationen bis zum völligen Wiedereintritt der Arbeitsfähigkeit kann bis zu 2 Monaten dauern.

Schultereckgelenkverletzung Typ Rockwood 5
Abbildungen 4a-c: Schultereckgelenkverletzung Typ Rockwood 5 eines 20-jährigen Snowboardfahrers (links). Nach Operation: Wiederherstellung der Distanz (Pfeil) mit einer im Röntgenbild nicht sichtbaren Fadenschlinge und einer Bandnaht sowie kurzfristiger Fixierung mit 2 Drähten (Mitte). Nach Entfernung der Drähte nach 6 Wochen in örtlicher Betäubung: der Abstand bleibt wiederhergestellt (Pfeil, Bild rechts).

3 - Brüche des Oberarmkopfes

Eine Verletzung häufig bei älteren Patienten sind Brüche des Oberarmkopfes im Schultergelenksbereich. Auch hier müssen das Röntgenbild und ggf. weitere diagnostische Maßnahmen darüber entscheiden, ob operiert werden muss oder ob eine Operation vermieden werden kann. Eine Operation ist meistens dann unumgänglich, wenn eine starke Verschiebung der Knochenenden vorhanden ist (Abb.7a). Auch hier können vom Spezialisten angewandte moderne Operationsverfahren wie spezielle Platten- und Schraubensysteme verwendet werden, die zu einer Wiederherstellung der Anatomie und letztendlich der Funktionsfähigkeit des verletzen Armes führen (Abb.7,8).

Röntgenbild Bruch des Oberarms mit Fixierung
Abbildung 7a,b: Bruch des Oberarms knapp unterhalb des Oberarmkopfes mit Verschiebung und Verdrehung (links). Zustand nach Operation: Wiederherstellung der ursprünglichen Stellung und Fixierung mit einem speziellen Platten- und Schraubensystem.
Oberarmkopfbruch ein Jahr nach Operation
Abbildung 8a-c: 60-jährige Patientin mit Oberarmkopfbruch nach Sturz auf Glatteis. Ergebnis ein Jahr nach Operation mit guter Beweglichkeit.

Weitere Informationen zu dem Krankheitsbild Verletzungen des Schultergelenkes finden Sie auf den folgenden Webseiten: