Die Stoßwellentherapie als Verfahren ist bekannt geworden durch die Zertrümmerung von Nierensteinen (Lithotrypsie) in der Urologie. Diese Therapie arbeitet mit hochenergetischen Schallwellen (Stoßwellen). In Anlehnung an die Erfahrungen in der Urologie und Chirurgie werden Stoßwellen inzwischen seit mehreren Jahren zur Behandlung von knochennahen Weichteilschmerzen, Verkalkungen an den Gelenken und zur Behandlung von Falschgelenksbildungen bei Knochenbrüchen (Pseudarthrosen) eingesetzt.

Die häufigsten Anwendungsgebiete sind

  • Kalkablagerungen im Schultergelenk (und an anderen Gelenken)
  • Tennis- und Golferellenbogen
  • Fersensporn
  • Achillessehnenbeschwerden
  • Sehnenansatzbeschwerden an anderen Gelenken (Hüfte, Knie, Schulter usw.)
  • verzögerte Knochenbruchheilung

Wie funktioniert die Therapie mit Stoßwellen?

Mit Hilfe eines Ultraschallgerätes wird (z. B. bei der Behandlung der Tendinosis calcarea, Sehnenverkalkung in der Schulter) die Verkalkung lokalisiert. Genau dort, an die Stelle des maximalen Schmerzes, wird die Therapiequelle positioniert. Bei Sehnenansatzreizungen erfolgt die Lokalisierung durch die Schmerzangabe zum Beispiel durch manuellen Druck auf die schmerzhafte Stelle. In manchen Fällen kann eine örtliche Betäubung erforderlich sein, da die Behandlung selbst nicht schmerzfrei ist. In der Regel kann dies jedoch durch Anpassung der Stoßwellenfrequenz
und –intensität vermieden werden.
In einigen Fällen kann es auch zu einer vorübergehenden Schmerzzunahme kommen, was dann durchaus auch als positive Reaktion auf die Behandlung anzusehen ist. In der Regel sind 3 Therapiesitzungen im Abstand von 1–3 Wochen notwendig. Die Behandlung wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet, wobei die Therapiekosten gemäß GOÄ 1800 (86,27€) als Individuelle Gesundheitsleistung (IGEL) berechnet werden. Die meisten Privatkassen erstatten die Kosten in der Regel.

Fazit:

Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) handelt es sich um ein risikoarmes Therapieverfahren, welches nach Ausschöpfung anderer risikoarmer und kostengünstiger Therapieformen sinnvoll ist, wenn diese keine oder unzureichende Beschwerdebesserung erbracht haben und eine operative Therapie diskutiert werden muss.

   
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