Bei der therapeutischen Lokalanaesthesie wird ein lokales Betäubungsmittel an dem Schmerzpunkt und/oder in die Umgebung des Gewebes gespritzt. Ergänzend können eine entzündungshemmende Substanz oder cortisonhaltige Medikamente zugesetzt werden. Durch das lokale Betäubungsmittel wird die Schmerzwahrnehmung (vorübergehend) unterbrochen, die insbesondere an der Wirbelsäule häufig schmerzhaft verspannte Muskulatur kann sich lockern. Bei gleichzeitig vorliegenden entzündlichen Veränderungen z.B. im Rahmen eines Tennisellenbogens kann der Zusatz entzündungshemmender Substanzen eine lokal abschwellende und schmerzlindernde Wirkung zusätzlich vermitteln.

Bei Nervenschmerzen spielt zum einen der Druck auf den Nerv bei Engpass-Syndromen z.B. durch Schwellung eine Rolle. Durch entzündungshemmende Zusätze lässt sich eine abschwellende Wirkung und damit eine Verminderung des Drucks und der Schmerzsituation erzielen. Bei klassischen Neuralgien kann unter Umständen durch eine mehrfache lokale Betäubung des Nerven eine Ruhigstellung und Regeneration des Nervs erzielt werden. Dies ist, vor allem bei Narbenschmerzen, vergleichbar mit einer Störfeldbehandlung.

Ein sehr differenziertes Verfahren zur Schmerztherapie ist die Periduralanästhesie, die insbesondere bei radikulären Schmerzen durch Bandscheibenvorfälle oder bei Wirbelkanalenge zum Einsatz kommt. Bei der Periduralanästhesie wird der Wirbelkanal der Lendenwirbelsäule meistens in Höhe des 3. und 4. oder des 4. und 5. Lendenwirbels nach vorheriger lokaler Betäubung mit einer feinen Hohlnadel angestochen und in den Raum um die Rückenmarkshäute ein Medikament eingespritzt. Häufig wird ein lokales Betäubungsmittel in Kombination mit einem entzündungshemmenden abschwellenden Wirkstoff angewandt.

Dieses Verfahren erfordert nicht nur genaue Kenntnisse der Anatomie, sondern auch eine sehr feinfühlige technische Vorgehensweise, um Verletzungen der Rückenmarkshäute und der Nerven im Wirbelkanal der Lendenwirbelsäule zu vermeiden. Es ist absolut ungeeignet für Patienten,
  • bei denen eine Gerinnungsstörung vorliegt,
  • die mit gerinnungshemmenden Medikamenten behandelt werden (Marcumar, ASS/Aspirin/Boxazin) bzw.
  • bei denen eine Heparinbehandlung durchgeführt wird,

da das Blutungsrisiko im Wirbelkanal sehr hoch ist. Durch den Bluterguss kann es zu einer Querschnittlähmung kommen. Sollte bei der Durchführung eine solche Komplikation eintreten, so muss der Wirbelkanal von einem Neurochirurgen operativ geöffnet und entlastet werden.

Bei korrekter technischer Durchführung und vorheriger Kontrolle der Gerinnungsparameter sind diese Probleme jedoch Seltenheiten. Aus Sicherheitsgründen findet, nachdem das Medikament eingespritzt wurde, eine 2-stündige Überwachung in der Praxis mit Blutdruckmessung, Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut und wiederholter Prüfung der neurologischen Funktionen statt. Erst dann darf der Patient zusammen mit einer Begleitperson die Praxis verlassen. Autofahren ist am Behandlungstage nicht gestattet!



Praxisbeispiel: CT-gesteuerte Einspritzung
Bei Problempatienten, z.B. nach Bandscheibenvorfällen, hilft die Computertomographie enorm. Beachten Sie bitte, wie exakt die Nadeln platziert werden konnten.



CT-gesteuerte Anspritzung eines arthrotischen Facettengelenks. Bitte beachten Sie die genaue Platzierung der Nadeln (Mikrotherapie).
   
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