Bei der Chirotherapie wird durch die Anwendung spezieller Griffe eine gestörte Gelenkfunktion wieder hergestellt. Häufig wird eine solche Störung vom Patienten als Blockierung wahrgenommen: „ .......es klemmt“. Das beste Beispiel hierfür ist der steife Hals.

Man findet derartige Blockaden besonders häufig an der Wirbelsäule, da es in jedem Bewegungssegment zwischen zwei Wirbelkörpern neben der dazwischenliegenden Bandscheibe auch noch zwei Wirbelgelenke gibt. Eine Funktionsstörung dieser Wirbelgelenke führt zu einer häufig extrem schmerzhaften Blockierung, teilweise sogar mit Bewegungsunfähigkeit. Auch Extremitätengelenke wie z.B. das Kniegelenk (bei einem Meniskusschaden) können „blockiert“ werden.

Häufig lässt sich die Blockade durch einen chirotherapeutischen Handgriff lösen. Die mit der Blockade verbundenen Schmerzen klingen dann rasch ab. Wenn es ausgeprägte Restbeschwerden durch reflektorischen Muskelhartspann gibt, können diese durch eine lokale Infiltrationsbehandlung oder physikalische Therapie (Wärmetherapie) behandelt werden.

Die Durchführung chirotherapeutischer Mobilisationen der Wirbelsäule wie auch der Extremitätengelenke gehört in die Hand des erfahrenen Therapeuten und sollte nie vom Laien durchgeführt werden. In der Hand qualifizierter und erfahrener Therapeuten sind die Risiken relativ gering, wenn die Mobilisation sachgerecht und vor allen Dingen gewaltfrei durchgeführt wird. Bei hartnäckigen Fällen kann die Mobilisation im Rahmen der manuellen Therapie auch durch einen erfahrenen Krankengymnasten oder Physiotherapeuten durchgeführt werden, der gleichzeitig für die erforderliche Dehnung verkürzter Muskeln und Bandstrukturen sorgt.

Unvorsichtige und brüske Manöver können in seltenen Fällen beispielweise an der Halswirbelsäule zum Reißen der Kleinhirnschlagader mit Durchblutungsstörungen im Kleinhirn und Hirnstamm führen. Todesfälle und schwere neurologische Schädigungen sind berichtet worden. Auch von der Durchführung einer chirotherapeutischen Maßnahme nach Lokalanästhesie ist abzusehen, da die Schmerzwahrnehmung dadurch beeinträchtigt wird.
Es ist unwahrscheinlich, dass durch ein chirotherapeutisches Manöver ein Bandscheibenvorfall ausgelöst wird. Denkbar ist jedoch, dass ein bislang unauffälliger Vorfall im Behandlungsverlauf erkennbar wird. Dies kann jedoch auch völlig unabhängig von der Chirotherapie spontan geschehen.

   
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