Ansprechpartner: Dr. Flechtenmacher, Dr. Trauschel

Laufen hat nicht nur für Leistungssportler, sondern auch im Breitensport und im Gesundheitsbereich eine hohe Attraktivität.
Ausgehend von der bekannten Tatsache, dass Bewegungsmangel häufige Ursache vieler Erkrankungen ist Laufen für die Gesundheit grundsätzlich etwas Gutes.
Und trotzdem kann gelegentlich das Laufen selbst gesundheitliche Probleme verursachen. Sowohl akute Verletzungen als auch Überlastungsschäden werden bei Läufern beobachtet. Überlastungsschäden entstehen z.B. durch zu hohes Körpergewicht, falsche Laufschuhe, Beinfehlstellungen, oder zu viel sportlichen Ehrgeiz (z.B. falsche Trainingspläne).

Voraussetzung für eine kompetente Beratung ist zunächst eine körperliche Untersuchung des gesamten Menschen (Wirbelsäule, Hüften, Kniegelenke, Sprunggelenke und Füße). Manchmal ist Analyse des Bewegungsablaufes notwendig. Hier hilft eine Laufbandanalyse, ggf. auch eine elektronische Fußdruckmessung. Allerdings genügt es nicht, den Probanden bekleidet übers Laufband zu schicken, wie dies oft in Sportschuhgeschäften geschieht. Nur am bis auf die kurze Hose entkleideten Probanden lässt sich nämlich der komplexe Bewegungsablauf vollständig analysieren (Bild laufband). Wichtig für die Beurteilung ist nicht nur die Fußstellung, wichtig sind die Bewegungen des ganzen Körpers, die Ausweichbewegungen die Schonhaltungen. Einseitiges Absinken des Beckens deutet auf eine Schwäche der Hüftabspreizer (Hüftabduktoren) hin. Sinkt das Becken einseitig ab, wird der Rumpf kompensatorisch - zur Stabilisierung des Gleichgewichts - zur Gegenseite verlagert. Der Oberschenkel gerät so zum Rumpf in eine Anspreizstellung (Varusstellung), was zur Überdehnung des Hüftabspreizers (Tractus ileotibialis) und des Muscukus sartorius führt. Die Folge sind Schmerzen am Knieinnebereich (Pes anserinus) und am Knieaußenbereich (distaler Tractus-Ansatz). Auch Kreuzschmerzen können entstehen durch die ständige Ausweichbewegung der Rumpfes. Die Symptome können auf dem Laufband provoziert werden, allerdings treten sie meist erst nach 30 - 50 minütigem Laufen auf. Hier hilft ggf. Laufen in einer Gruppe mit erfahrenen Läufern und Therapeuten Lauftreff der Memler

Wir führen Laufbandanalysen prinzipiell immer in einem Team bestehend aus Orthopäden, laufmedizinisch erfahrenen Physiotherapeuten und Orthopädieschuhmacher durch. Wir verkaufen keine Schuhe und arbeiten bewusst mit keiner Laufschuhfirma zusammen sondern wir versuchen Ihnen eine individuelle ganzheitliche Beratung zum Laufen inkl. Laufschuhberatung zu geben.

Individuelle Bewegungsmuster sind ein neuer Ansatz in der Laufschuhentwicklung welche die Paradigmen Dämpfung und Pronationskontrolle ablöst haben. Wir glauben (auch in Übereinstimmung mit publizierten wissenschaftlichen Untersuchungen), das die oft propagierte Pronationsstütze nicht hilfreich und sinnvoll ist, ja sie schadet sogar falls Fehlstellungen oder Vorschäden im Kniegelenk vorliegen. - Bild NMR Läufer mit kaputtem inneren Gelenkspalt nach Tragen falscher (d.h in diesem Fall Schuhe mit Pronationsstütze) Schuhe ist. Lediglich bei Pronationswinkeln von über 7° sind innenverstärkte Schuhe zu empfehlen. Allerdings sollte man wissen, dass eine solche Versteifung die Aufprallgeschwindigkeit erhöht.

Empfohlene Bücher:

  • Wessinghage, Thomas: Laufen : der Ratgeber für Ausrüstung, Technik, Training ISBN: 3405161851
  • Herbert Steffny und Ullrich Pramann Perfektes Lauftraining ISBN 3-517-06619-2
  • Stephane Franke Laufen ... Meine Geheimnisse für mehr Spaß und Erfolg
    von / ISBN 3937588132
  • Dieter Kleinmann, Laufen, Sportmedizinische Grundlagen, Trainingslehre und Risikoprophlaxe ISBN 3794516230
  • Dr. Dieter Kleinmann: Laufnebenwirkungen. Vom Ermüdungsbruch zum plötzlichen Herztod: Was können Sie dagegen tun? Deutscher Ärzte-Verlag Köln, 2006, 346 Seiten, 39,95 Euro. ISBN 3-7691-0513-3
    Zum Herunterladen:

Karlsruhe OM (Heft 4/2004)

Laufmedizinisches Symposium 2005

Laufmedizinisches Symposium 2006

   
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