Tennisarm und Golferarm

Der Prozess ist ähnlich, der Ort der Schmerzen unterschiedlich: Beim sogenannten Golferarm oder Golferellenbogen (Epicondylitis ulnaris (medialis)), ist die Innenseite des Ellenbogens betroffen (die früher auch Studentenellenbogen genannt wurde); beim Tennisarm oder Tennisellenbogen (Epicondylitis radialis (lateralis) humeri) die Außenseite. Bei einer Epicondylitis liegt ein entzündlicher oder degenerativer Prozess im Bereich eines Epicondylus (aufsitzender Knochenvorsprung für Muskelursprünge oder -ansätze) vor.

Tennisellenbogen (Epicondylitis radialis humeri; Epicondylitis lateralis humeri)

Bei dieser relativ häufigen Erkrankung klagen die Patienten über Schmerzen im Bereich des Epicondylus radialis humeri (über dem Ellenbogen außen), die sich bei Faustschluss und kräftiger Dorsalextension (Beugung in Richtung Handrücken) im Handgelenk verstärken. Nicht selten strahlen diese Schmerzen in den Unter- und / oder Oberarm aus, so dass der gesamte Arm schmerzt. Regelmäßig besteht ein deutlicher Druckschmerz im Bereich des ellenbogennahen äußeren Unterarmes.

Die Ursache des chronischen Entzündungszustandes im Bereich der Sehnenansätze am Epicondylus lateralis humeri ist nicht geklärt; vieles spricht für eine mechanische Auslösung, so zum Beispiel beim Tennisspielen, häufiger aber bei Haus- und Gartenarbeit, Renovierungen etc.

Golferellenbogen (Epicondylitis ulnaris humeri; Epicondylitis medialis humeri)

Bei dieser Erkrankung ist der Epicondylus medialis humeri ( Knochenvorsprung, an dem Sehnen ansetzen, an der Innenseite des Ellenbogens) betroffen. Die Patienten klagen über Ellenbogenschmerzen an der Innenseite, die sich bei Faustschluss und Beugung (besonders gegen Widerstand) im Handgelenk verstärken. Auch in diesem Fall strahlen häufig die Schmerzen in den Unter- und/oder Oberarm aus, so dass der gesamte Arm schmerzt. Regelmäßig besteht ein deutlicher Druckschmerz im Bereich des ellenbogennahen inneren Unterarmes.

Die Ursache des chronischen Entzündungszustandes im Bereich der Sehnenansätze am Epicondylus medialis humeri ist nicht geklärt; vieles spricht für eine mechanische Auslösung, so z.B. durch Golfen, häufiger aber jedoch durch Reizungen des Ellenbogengelenkes, z.B. durch Schreibtischarbeiten.

Therapeutisch kann bei einer Epicondylitis ein Versuch mit Infiltrationen mit einem örtlichen Betäubungsmittel, auch mit Kortikoidzusatz, unternommen werden. Begleitend verordnen wir physikalische, krankengymnastische oder manuelle Therapie.

Laut einer Pressemitteilung (Die Welt - 08.05.2002) ist bei chronischer Epicondylitis eine Behandlung mit Botulinustoxin
(ein Nahrungsmittelgift, das in der Schönheitschirurgie bei Falten Anwendung findet!) erfolgversprechend. Die Wirkung beruht auf einer Entkrampfung der im Schmerzbereich krankhaft übererregten Muskeln. Tatsächlich haben auch wir in unserer Praxis bei einer größeren Zahl Patienten sehr gute Erfahrungen mit Botulinustoxin gemacht.

Physikalische Therapie bei Epicondylitis

Auch eine Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, dass sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem Schmerzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.

Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Manchmal ist auch eine deutliche Besserung durch die Iontophorese (Einbringung eines Arzneimittels durch die Haut mit Hilfe von Gleichstrom) zu erzielen. 
Oft kann auch Akupunktur als Therapie einer chronischen Epicondylitis sinnvoll sein.

Operative Therapie

Seit langen wird bei der Epikondylitis auch eine operative Therapie durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Operation sind leider nicht immer zufriedenstellend, so dass wir nur in absoluten Ausnahmen zu der Operation raten.

   
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