Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist einer Erkrankung, welche durch Veränderungen der Knochenstruktur und Knochenmasse zu einer erhöhten Knochenbrüchigkeit führt.
Typische Bruchstellen sind die Wirbelsäule, die Hüfte oder das Handgelenk.

Hier sehen Sie ein Röntgenbild einer 74 jährigen Patientin. Fast alle Wirbel sind eingebrochen.

Die Osteoporose selbst ist schmerzlos, deswegen merkt man sie nicht. Da der Knochenschwund lange Zeit ohne Anzeichen fortschreitet, kommt es nicht selten zu Brüchen ohne äußere Einflüsse. Das Heben einer Tasche oder festes Husten kann hierfür schon ausreichen.Schmerzen, Behinderung und Einschränkung der Lebensqualität entstehen durch die Knochenbrüche. Deswegen ist die Therapie auf die Vermeidung von Knochenbrüchen ausgerichtet.

In den letzten Jahren hat es rasante diagnostische und therapeutische Fortschritte gegeben. Diese haben aus einer vormals nur im Spätstadium und unbefriedigend zu behandelnden Erkrankung eine nach Leitlinien gut diagnostizierbare und behandelbare Erkrankung gemacht.

Die Diagnostik und Therapie der Osteoporose sind in einer Leitlinie vorgegeben und an das individuelle Risikoprofil der Patienten angepasst ( vgl. dv-osteologie.de). Sie gilt gleichermaßen für Frauen wie Männer und auch im Falle der sekundär induzierten Osteoporose - (Osteoporose aufgrund anderer Erkrankungen).

Die Diagnose wird gestellt wenn ein Knochenbruch, z.B. eines Wirbelkörpers, ohne dass ein Unfall vorausgegangen wäre, nachgewiesen wird.

Wann und was wird geröntgt:

  • BWS (Brustwirbelsäule) und LWS (Lendenwirbelsäule) n zwei Ebenen
  • Wann ist eine Röntgenaufnahme indiziert?
  • bei akuten, persistierenden Rückenschmerzen
  • bei chron. Rückenschmerzen unklarer Genese (Ursache)
  • bei deutlichem Größenverlust
  • bei geringem Rippen-Becken-Abstand

Es gibt keine einheitliche Definition einer Wirbelkörperfraktur!

Allgemein: Mehr als 20% Höhenverlust an Vorder-, Mittel- oder Hinterkante (absolut mind. 4 mm)

Röntgen ist nicht für eine Frühdiagnose der Osteoporose geeignet

Falls noch kein Knochenbruch vorliegt, empfehlen die Fachgesellschaften eine Knochendichtemessung allen Patientinnen ab 70 Jahren und allen Patienten ab 80 Jahren. Die klinische Diagnose einer Osteoporose (ohne Knochenbruch) stützt sich derzeit weitgehend auf eine niedrige Knochendichte als einer essenziellen Komponente der Osteoporose

In unserer Praxis erfolgt die Messung der Knochendichte mit modernstem Gerät

Hier sehen Sie die Messwerte der Knochendichte einer 79 jährigen Patientin

Eine Therapie erfolgt dann abhängig von den Messwerten - (dv-osteologie.org/patienteninfo) sowie unter Abwägung möglicher Risikofaktoren.

Vor Einleitung einer medikamentösen Therapie, welche zu einer Verbesserung der Bruchfestigkeit der Knochen führen soll, ist eine Vorstellung beim Hausarzt für eine Blutuntersuchung notwendig. Mit dieser Blutuntersuchung sollen internistische Ursachen der Osteoporose ausgeschlossen werden und die Funktionsfähigkeit der Nieren untersucht werden.

Zusätzlich ist eine Vorstellung beim Zahnarzt notwendig. So können Komplikationsmöglichkeiten der medikamentösen Therapie vermieden werden.

Die spezifische medikamentöse Therapie der Osteoporose erfolgt mit sogenannten antiresorptiven Medikamenten (z.B. Bisphosphonate, monoklonale Antikörper etc) in Kombination mit Vit. D und Calcium. Die medikamentöse Therapie wird in der Regel sehr gut vertragen und sollte ca. 5 Jahre dauern. Eine regelmäßige Knochendichtemessung wird empfohlen.
Durch eine Reihe hochwertiger Studien sind für die gängigen Präparate eine Frakturreduktion zwischen 50-70% an der Wirbelsäule und 20-40% an den Extremitäten nachgewiesen worden. Hauptproblem der medikamentösen Therapie ist die Therapietreue, die Compliance.

Neben der medikamentösen Therapie ist die Überprüfung der häuslichen Umgebung (z.B. Entfernung von Stolperfallen – Teppichläufer) wie auch regelmäßige Bewegung mit Koordinationsübungen angezeigt. Diese können sowohl im Rahmen einer Krankengymnastik, aber auch in Vereinen und Selbsthilfegruppen erfolgen.

Wenn Sie noch Fragen haben sprechen Sie und an!
Ihr orthopädisches Praxisteam vom Ludwigsplatz.

Was ist zu tun?

  • Gespräch mit Arzt/Ärztin
  • Knochendichtemessung
  • Hausarzt Blutuntersuchung
  • Vorsicht Stolperfalle
  • Bewegung
  • bei Medikamenten ggf. Zahnarzt Kontrolle Entzündungen

 

   
Ortho-Zentrum | Orthopädische Gemeinschaftspraxis am Ludwigsplatz Waldstraße 67 | 76133 Karlsruhe | 07 21-9209010